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Die
Dienerin Gottes Claires erste Jahre Jugend In Rom „Der Himmel ist das Lob Gottes, und dort bin ich schon.“ Claire wird am 26. Oktober einer zutiefst christlichen Familie geboren und empfängt von Kindheit an eine solide religiöse Erziehung, die sie in einem lebendigen Glauben verwurzelt. Ihre großzügige und leidenschaftliche Natur wird so auf Gott hin ausgerichtet, selbst wenn es Tage der Entmutigung gibt: „Ich will nicht mehr heilig werden, das ist zu schwer!“ Seit ihrer Kindheit prägt ihr das Kreuz Christi sein Mal ein durch verschiedenen Krankheiten: mit vier Jahren wäre sie beinahe an einer heftigen Infektion, an deren hartnäckigen und lästigen Folgen sie lange leidet, gestorben; dann eine Folge von Krankheiten: eine Mageninfektion, eine Lungenstauung, Diphtherie usw. Aber die Last der Krankheiten nehmen ihr nicht ihre gute Laune. Als sie das Alter hat, dass sie es verstehen kann, schlägt ihre Mutter ihr vor, ihre Leiden Jesus darzubringen, sie zu ertragen im Gedanken an Ihn. Claire, für die darbringen ‚geben’ bedeutet, protestiert sofort: „Ich will es ihm nicht darbringen, ich will nicht, dass er an meiner Stelle Bauchweh hat!“. Aber einige Jahre später – sie ist zehn Jahre alt – bekennt sie: An einem Tag mit hohem Fieber hat sie „im Gebet darum gebeten, für die Bekehrung der Sünder krank zu sein.“ Claire hielt in der Tiefe ihres Herzens dieses Verlangen nach Heiligkeit am Glühen, das sie mit sechs Jahren ihrer Mutter offenbarte – sie sprach davon oft zu ihr –, und das sie eines Tages ihrem Vater mit den folgenden Worten verkündete: „Weißt Du, was ich später einmal werden möchte?“ - „Ja, ich kann es mir denken. Du möchtest ins Kloster gehen.“ - „Nein, etwas viel Besseres.“ - „Na, dann weiß ich nicht, was Du meinst.“ - „Ich möchte eine Heilige werden! Das ist doch viel besser als Ordensfrau zu werden, oder?“ So schreibt sie auch, als sie Internatsschülerin in Toulouse ist, in ihr Tagebuch: „Ich möchte gerne wissen, was ich einmal machen werde, wenn ich groß bin. Mutter einer Familie. Ich möchte gerne Kinder haben, für mich ganz allein: meine Kinder [...]. Missionarin in Afrika, wie Albert Schweitzer. Das ist doch schön, sein Leben für den guten Gott hinzugeben! Aber sein Haus, seine Heimat, seine Eltern zu verlassen, das ist ein schweres Opfer; aber wenn die Missionare es gebracht haben, warum nicht auch ich? ‚Wenn sie Heilige gewesen sind, warum nicht auch ich?’, hat der Heilige Augustinus gesagt. Und ich möchte so gerne sterben wie Jesus am Kreuz, sterben durch das Martyrium, das ist gut, und mit der Hilfe des Heiligen Geistes werde ich es doch schaffen, oder? Und Jesus, gestorben am Kreuz, gekrönt mit Dornen, gegeißelt, verspottet, geschändet [...], Er, mein Gott, an den ich glaube, auf den ich hoffe, und dem ich vertraue - hat er nicht schrecklich für unsere Sünden gelitten? Und anstatt die Gute Nachricht seinen Armen zu bringen, damit sie weniger leiden, bleiben wir in unserem bequemen Sessel sitzen, hinter dem warmen Ofen, ruhig [...]! Das ist unzulässig – so viele Völker warten auf uns, um Christus kennen zu lernen!“ Man darf nicht glauben, dass Claires innere Glut für sie immer einfach und natürlich war; aber da sie eine große Willensstärke entwickelt hat, unternimmt sie die Anstrengungen, selbst wenn es sie viel kostet, wie dieser Brief an eine Freundin bezeugt: „Am anderen Tag erklärt eine Cousine (glücklicherweise ohne Zeugen), dass sie mich sehr bewundert und versucht, mich in allem zu kopieren. Ich war nicht nur überhaupt nicht geschmeichelt, sondern ich habe sie ganz offen geschimpft, dass sie einen so schlechten Geschmack hat und ich habe ihr gesagt, dass ich mich, wenn sie ihre Worte nicht zurücknimmt, verpflichtet fühle, vor ihr ein guter Mensch zu sein. Sie hat nichts zurückgenommen! ... aber ich füge hinzu, dass ich sie seit drei Wochen nicht wiedergesehen habe. [...] Ohne Spaß, du gibst dir Rechenschaft für die Verantwortung, die du hast! [...] Nun, ich suche mir aus, Hippie zu sein. Das hat mich schon immer gereizt, allein schon das Wort durch seine seltsame Schreibweise und seinen verlockenden Klang. Stell Dir vor: frei von allen Hemmungen. [...] Mit diesem Traum-Leben könnte man kein Beispiel geben, und es möchte vielmehr scheinen, dass es unter Hippies keinen besonderen Hass gibt, weil niemand sich mit seinem Nachbarn beschäftigt und die Sonne für alle scheint. Ach! Leben zu können, ohne sich irgendetwas zu verbieten, unter dem Vorwand, dass es die Leute schockt! Zu anderer Zeit hätte ich diesen blöden Brief zerrissen, aber ich schicke ihn Dir in aller Freimütigkeit. Hast Du für Deine arme Clarita gebetet, die übergeschnappt ist?“ Nach dem Abitur und einem Jahr an der Universität von Toulouse, geht Claire, die zu diesem Zeitpunkt 18 ½ Jahre alt ist, nach Rom, wo sie erfolgreich die Aufnahmeprüfung für das Institut der Restauration besteht. Die ewige Stadt, wo sie die Erfahrung der Freiheit und der Unabhängigkeit macht, bietet ihr zahlreiche Versuchungen, insbesondere bezüglich der Reinheit. Sie bittet ihre Familie ums feste Gebet, und sie selbst wiederholt unermüdlich folgende Anrufung, die sie sehr schätzt: „O unbefleckte Maria, ich vertraue Dir die Reinheit meines Herzens an. Sei auf immer deren Wächterin.“ Wenn bis dahin die Variationen über das Thema ‚Glück’ aufeinanderfolgen und sich zu einer unwandelbaren Symphonie formen: „Ich bin glücklicher als alle auf der Welt!“, „Ich bin froh, froh, froh!“, „Ich bin glücklich! Ich habe zuviel Glück, es quillt über. Wollt Ihr, dass ich Euch davon gebe?“, „Ich bin in vollkommener Fülle des Glücks!“, so bewirken die Schwierigkeiten in Rom, dass Claire sich der Quelle allen Glücks bewusst wird: der Vereinigung mit Gott. „Ich sage mir, dass ich in Mitten dieses heidnischen Schmutzes durch Gott blühen, Gott leben, die Freude Gottes leben muss. [...] Ich muss fröhlich sein, weil ich sonst kein Zeugnis gebe. [...] Ich lebe nicht mehr, wie ich müsste, ich habe viele gute Vorsätze, die ich die ganze Zeit vergesse. Und mein erster ist: Froh sein (ohne es zu erzwingen), was man auch tut: tierisch hart! [...] Ich brauche dringen Ruhe und Erholung.“ „Ich muss unbedingt durch die Freude Zeugnis geben für Gott... Schöne Worte genügen nicht.“ „Ich möchte das Glück all denen geben, denen ich begegne, und Freude aussäen.“ Claire ist gefangen in einem künstlichen und glänzenden Leben, und merkt nicht sofort, dass sie auf eine falsche Bahn geraten ist. Der Satz einer ihrer Freundinnen: „Du wirst sehen, mein armes Kind, Du wirst auch noch zu unserem Atheismus kommen. Ich gebe Dir nicht einmal ein Jahr, und Du wirst sein wie wir“, außerdem ein Gefühl der Unzufriedenheit mit sich selbst und das Beinahe-Scheitern ihres Studiums dienen ihr als Sprungbrett, um wieder auf den Weg zurückzufinden, auf dem Gott sie haben möchte. Diese Prüfung ihres Glaubens, die für sie eine Reinigung war, festigt ihre missionarische Berufung bei den Menschen, mit denen sie Umgang hat. Berufung zum Glück. „Ich möchte das Glück all denen geben, denen ich begegne, und Freude aussäen. Die kleine Thérèse wollte warten, bis sie im Himmel ist, um die Menschen glücklich zu machen. Ich, ich will das schon auf Erden tun.“ Eine Pilgerreise ins Heilige Land - eine wirkliche Gnade, die es ihr ermöglicht, in den Fußspuren Christi zu wandeln - vollendet diese Kehrtwende, diese Bekehrung, die sie die wirklich wichtigen und grundlegenden Dinge entdecken lässt: „[...] eine ermüdende, be- und umstürzende Pilgerreise im wahrsten Sinn des Wortes. Mein Leben hat innerhalb von drei Wochen vollkommen seine Optik verändert: Abgesehen von meiner Vertrautheit mit der Heiligen Jungfrau, entdecke ich die unermessliche, erstaunliche und einfache Liebe Gottes. [...] Christliche Liebe bedeutet, die anderen zu lieben, weil Gott sie liebt. Genau das ist es unter anderem, was mich mit göttlicher Freude erfüllt. [...] Ich hoffe, dass ich nicht all zu sehr wie eine gute Schwester spreche, aber ich fühle mich voll von göttlicher Freude.“ Nach ihrer Rückkehr aus dem Heiligen Land, bekommt sie ihren Einsatz-Befehl: Restaurierung der Fresken der Basilika des Hl. Franziskus in Assisi. Claire wird mit der Restaurierung des Freskos ihrer heiligen Namenspatronin beauftragt, dann mit dem Fresko des Hostienwunders des Heiligen Martin. Diese Zeit in Assisi ist durchdrungen von innerer Sammlung. Claire hat beschlossen bei den Benediktinerinnen zu wohnen, und kommt so in den Genuss ihres Offiziums und der täglichen Eucharistiefeier, denn sie hat von nun an einen großen Durst nach Frieden und Stille. Dieser „monastische Aufenthalt“ bietet ihr auch den so sehr ersehnten Hafen des Friedens, um zu beten und zu lesen (sie verschlingt die Werke von Charles de Foucauld). Auch ihre Arbeit richtet sie ganz auf den Herrn aus, denn die Fresken sind „voll von geistlichem Leben sind, das uns unmöglich kalt lassen kann“. Ganz ausgerichtet auf den Herrn, der sie zu sich zurückgebracht hat, kommt Claire mit ihrer natürlichen Freude, voll Humor und Lebensfreude ganz verwandelt zurück zum Familiensitz nach Lauret; ihre Freude hat sie nicht verlassen, sie hat sich vertieft. Claire kennt von nun an die vollkommene Freude, von der uns der hl. Johannes sagt: „Bleibt in meiner Liebe, [...] damit meine Freude in euch ist, und damit eure Freude vollkommen ist.“ (Joh 15,9-11). Die Prüfungen aller Art, die Claire durchlebt hat – die Krankheiten seit ihrer Kindheit, ihre geistliche Prüfung in Rom und die Konsequenzen ihres Studiums – haben an dieser Reinigung mitgewirkt, die sie darauf vorbereitet hat, den Tod zu empfangen und in die Vereinigung mit Gott einzugehen. „Ich bin so glücklich, dass ich glaube, ich würde geradewegs in den Himmel gehen, wenn ich jetzt sterben würde, denn der Himmel ist das Lob Gottes, und dort bin ich schon.“, vertraut Claire ihrer Mutter an, nur wenige Tage bevor sie eine durch einen Virus ausgelöste blitzartige Gehirnhautentzündung bekommt, an der sie sterben wird. Diese Tage sind von einer Pilgerfahrt nach Lourdes geprägt, diesen marianischen Ort, den sie so sehr geliebt hat. Dort findet ein geheimnisvolles Gespräch zwischen ihr und der Heiligen Jungfrau statt, während Claire ausgestreckt vor der Grotte betet. Ihr stilles Gespräch ist ihr Geheimnis... Aber Claires Mutter sieht an ihrem Gesicht, dass sich etwas ereignet hat und verspürt eine große Unruhe. Ohne Zweifel hat sie unbewusst verstanden, dass Claire die so sehr erstrebte Freude Gottes in Fülle besitzt, und dass der Platz einer solchen Seele nicht mehr auf Erden ist: Da Claire die Schöpfung durch ihre künstlerische Arbeit gepriesen hat, beendete der Schöpfer sein Werk, das Herz seines Geschöpfes für die Begegnung von Angesicht zu Angesicht zu bereiten. Nachdem das Werk vollendet ist, kann er am 22. Januar 1975 kommen, um sie heimzuholen, sie, die einzig und allein ersehnt hat, „ein lebendiges Lob Gottes zu sein“, so dass sie endlich vereint mit dem Chor der Seligen gemäß deren Vorbild ein ununterbrochenes Lob sein kann. Françoise-Emmanuelle
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© Abbaye cistercienne Ste Marie de Boulaur. © Photographies: Editions Gaud ; Casa Generalizia O.Cist. ; Abbaye de Boulaur L'usage
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